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Kütahya İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü


Kulturtourismus

BURG VON KÜTAHYA

Die seit der Antike bewohnte Burg wurde im 5. Jahrhundert n. Chr. von den Byzantinern durch eine Festungsmauer verstärkt; in der Folgezeit errichteten die Seldschuken, Germiyan und Osmanen zahlreiche Ergänzungen. Die Festung wird in einen oberen, inneren und unteren Festungsring unterteilt. Die zahlreichen Wehrtürme der Festung wurden aus einer Mischung aus Bruch- und Blockgestein sowie Ziegelsteinen erbaut.

Im oberen Festungsring, der heute im Stadtteil Maruf liegt, befindet sich eine kleine Moschee, die auch Yukarı Kale (Obere Festung) genannt wird. Die Inschrift am steinernen Eingangsportal des Gotteshauses besagt, dass es in den Jahren 1377-1378 von Suleiman Schah, einem Anführer des Beyliks der Germiyan, erbaut wurde. Der aus Bruch- und Blockgestein gemauerte Sockel des angrenzenden Minaretts ist mit den für die damalige Baukunst typischen horizontalen Ziegelreihen versehen. Bei der im unteren Festungsring gelegenen Moschee, die Küçük Kale (Kleine Festung) genannt wird, handelt es sich um ein kleines, sechseckiges Gebäude. Obwohl es verputzt ist, kann man erkennen, dass es aus Ziegeln gemauert wurde. Unterhalb der Moschee finden Sie eine steinerne Zisterne, die über die Jahrhunderte mehrfach verändert wurde. Es wird vermutet, dass diese im Falle einer Belagerung zur Versorgung der unteren Festung mit Trinkwasser dienen sollte.

Evliya Çelebi, dem berühmten Reisenden des Mittelalters, zufolge hatte die Burg insgesamt 72 Wehrtürme, die in einem besonders engen Abstand zueinander standen. Heute beherbergt die Burg neben den zwei Moscheen noch zwei Brunnen sowie ein aus der Zeit nach der Gründung der Republik stammendes Speiselokal und einen Teegarten. Sie steht unter der Verwaltung des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus. Einige ihrer Teile wurden restauriert, während das Innere der Burg landschaftlich neu gestaltet wurde.

ULU-MOSCHEE

Diese Moschee trägt auch den Namen des osmanischen Sultans Yıldırım Bayesid. Sie befindet sich im Stadtteil Börekçiler von Kütahya, zwischen der Umur bin Savcı-Medresse und dem Imaret-Komplex Yakub II. Mit dem Bau wurde in der Zeit von Sultan Yıldırım Bayesid (1381-1384) begonnen. Die 1401 fertiggestellte Moschee ist das grösste und schönste islamische Gotteshaus der Stadt. Eine erste Erneuerung erfuhr das Gebäude durch den berühmten Baumeister Sinan in der Zeit, in der Suleiman der Prächtige seinen Eroberungszug zur Insel Rhodos unternahm. Im Jahre 1893, während der Herrschaft des Sultans Abdulhamid II., erfolgte eine weitere Erneuerung, sie ist für das heutige Erscheinungsbild mit Kuppel verantwortlich. Diese grosse Moschee ohne Innenhof hat einen Grundriss von 45 x 25 Metern und ist an ihrer nordöstlichen Ecke mit einem Minarett versehen. Durch drei Eingangstore gelangt man in den Gebetsraum. Gegenüber dem Haupteingangstor befindet sich das Sakahane, eine mit Quellwasser gespeiste öffentliche Toilette und Trinkwasserquelle. Die beim Bau der Moschee verwendeten grossen Säulen stammen aus den Ruinen der antiken Stadt Aizanoi. Im Innenbereich gibt es einen kleinen, Schadirwan genannten Brunnen für die rituellen Waschungen. Oberhalb des Brunnens ist ein auf vier Säulen stehendes Podest für den Muezzin zu sehen. Der Hauptgebetsraum wird von zwei grossen, von sechs Säulen getragenen Kuppeln überragt, an die weitere Halbkuppeln angrenzen. Die apsidisch nach aussen gewölbte Gebetsnische ist aufgrund der dekorativen Fayencen, auf denen die Kaba in Mekka dargestellt ist, besonders sehenswert.

MEVLEVILOGE – MOSCHEE DER TANZENDEN DERWISCHE (DÖNERLER CAMİİ)

Die historische Loge des Mevlevi-Ordens befindet sich in der Nähe der Ulu-Moschee im Stadtzentrum Kütahyas. Die dazugehörige Moschee wurde im 14. Jahrhundert ursprünglich als Sema-Raum (Sema ist der Tanz der Derwische als Ausdruck der Huldigung Gottes) errichtet und weist als älteste Derwischloge Kütahyas alle authentischen Merkmale damaliger türkischer Baukunst auf. Seit seiner Erbauung wurde der Komplex zweimal instandgesetzt und erweitert, allerdings sind nur die Derwischkammern und der Gebetsraum erhalten geblieben. Das Sema-Gebäude mit einem nahezu quadratischen Grundriss und einem achteckigen Kuppelkranz dient heute als Moschee. Direkt daneben steht ein kleineres Bauwerk, das vom seldschukischen Eroberer Kütahyas, İmadüddin Hezar Dinari, ursprünglich als Gebetshaus erbaut wurde. Später wurde hier Ergun Çelebi, der Enkel des Ordensgründers, des grossen Sufi und Mystikers Mevlana Djalaladdin Rumi, begraben, wodurch das Gebäude zu einer Türbe (Grabmal) verändert wurde. Die Inschriften in der Mauer des Sema-Hauses berichten von Instandsetzungen in den Jahren 1227 n. d. Hedschra (1812 n. Chr.) und 1257 n. d. Heschra (1841 n. Chr.). Bei einer weiteren Erneuerung wurde der Innenraum um eine Gebetsnische erweitert, damit er als Moschee genutzt werden konnte. Im Volksmund wird die Moschee auch die Moschee der Tanzenden (Dönenler Camii) genannt. Über dem Eingangsportal des Gebäudes sehen Sie eine Inschrift aus dem 14. Jahrhundert, auf der mit den Worten „Ya Hadhret-i Ergun” (Oh ehrwürdiger Ergun) an den in der benachbarten Türbe begrabenen Ergun Çelebi erinnert wird.

Sultan Veled, der Sohn des Ordensgründers Djalaladdin Rumi, dichtete über Kütahya folgende Zeilen:

Wohl dem, der in Kütahya einen Mond lang verweilt

verweilt er gleich zwei, ihn umso mehr des Heils ereilt

Kütahya, du makelloser schöner Hain.

Kann etwas so makelloses vergänglich sein?

O Herr, verschone dieses Land von Unheil und Elend,

Das Paradies, bestimmt liegt’s in dieser Gegend,

Lahore, Kaschmir und Täbris,

Für Kütahya, gäb ich‘s.

                                                                  Sultan Veled

ULU-MOSCHEE VON TAVŞANLI

Dieses Bauwerk ohne Inschrift wird aufgrund seiner architektonischen Eigenschaften der frühen osmanischen Zeit zugeschrieben. Es wurde aus Blockgestein gemauert, in das Querreihen aus Ziegelsteinen eingelassen sind. Der Gebetsraum wird in der Mitte von einer grossen, von vier Bögen getragenen Kuppel überragt, um die herum acht weitere, halbrunde Kuppeln angeordnet sind.

FAYENCEN-MOSCHEE (ÇİNİLİ CAMİİ)

Dieses islamische Gotteshaus wurde 1973 von Ahmet Yakupoğlu, dem Maler und Meister der traditionellen türkischen Längsflöte Ney, im Kütahyaer Stadtteil Maltepe erbaut. Die Architektur der Moschee spiegelt die Einflüsse zentralasiatischer türkischer Baukunst wider. Das achteckige, zweistöckige Gebäude mit einer Kuppel ist im Inneren mit Kalligraphien reich verziert, während das Äussere der Moschee mit eigens dafür hergestellten Kütahya-Fayencen im typischen Kobaltblau verkleidet wurde. Die Fayencen sind mit typischen türkischen Motiven und Ornamenten verziert.

AĞA-MOSCHEE VON SİMAV

Die Ağa-Moschee wurde 1789 von Nasuh Ağa, einem der letzten osmanischen Landherren von Emet und Simav, erbaut. Sie stellt ein schönes Beispiel der zeitgenössischen Steinmetzkunst dar und wurde 1990 originalgetreu restauriert.

YEŞİL-MOSCHEE (GRÜNE MOSCHEE)

Diese Moschee wurde im Jahre 1905 von Fuat Paşa, dem ehemaligen Landrat von Kütahya, gestiftet. Ihr Minarett hat einen pavillonartigen Aufbau, in dieser Form ist sie einzigartig in Kütahya. Sie verfügt über einen quadratischen Grundriss und wird von einer einzelnen Kuppel überragt. Das Eingangsportal wird von einer kleineren Kuppel, die von zwei Säulen getragen wird, überdacht. Die Moschee ist im Inneren reich mit Ornamenten, Kalligraphien, Ölmalereien, Pflanzenmotiven und geometrischen Formen verziert.

KOCASEYFULLAH-MOSCHEE – ŞAPHANE

Die Kocaseyfullah-Moschee, ein besonders schönes Beispiel mittelalterlicher Holzbauten, befindet sich im Landkreis Şaphane. Erbaut wurde sie wahrscheinlich in der Zeit des Beyliks der Germiyan, sie dürfte daher etwa 700 Jahre alt sein. Sie diente gleichzeitig als Erdbebenwarte: Die besondere Vorrichtung, mit der Erdbebenschäden angezeigt wurden, ist für heutige Besucher besonders interessant.

HIDIRLIK-MOSCHEE

Diese Moschee steht auf der gleichnamigen Anhöhe, südlich der Ulu-Moschee. Das einkuppelige Gebäude mit quadratischem Grundriss verfügt über eine vorgebaute Galerie mit einem breiten Bogen. Sie stammt aus der seldschukischen Zeit. Die Inschrift des Gotteshauses zeigt, dass es in den Jahren 1243-1244 vom seldschukischen Emir İmadüddin Hezar Dinari errichtet wurde. 1980 wurde sie vom Maler und Ney-Meister Ahmet Yakupoğlu instandgesetzt und 2004 von der Stiftungsbehörde restauriert. Vom Hıdırlık-Hügel hat man einen Ausblick über ganz Kütahya.

           

MUVAKKİTHANE

Dieses besondere Bauwerk steht im Viertel Balıklı neben dem alten Mufti-Amt. Es wurde in den Jahren 1831-1832 vom Kütahyaer Landrat Halil Kamil Ağa, der den osmanischen Rang eines Gardemeisters innehatte, erbaut. Das Gebäude mit einem rechteckigen Grundriss wurde aus Blockgestein gemauert und hat ein Ziegeldach. Der ursprüngliche Verwendungszweck bestand in der genauen Bestimmung der Uhrzeit und der Gebetszeiten. Heute dient es als Geschäftshaus.

MENZİLHANE (POSTSTATION)

Von dem gänzlich aus Stein gemauerten Bauwerk ist nur das gedrungene Eingangstor in Bogenform und die darüber angebrachte Inschrift erhalten geblieben. Es befindet sich auf der Ostseite des Mevlevi-Ordens, am Ende der Cumhuriyet-Strasse, gegenüber dem Eğdemir-Badehaus. Früher hiess der Platz Kapanaltı, heute trägt er den Namen Tahıl Pazarı (Getreidemarkt).

GRABMAL SCHEICH BUCHARIS

In diesem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Grabmal sind die Gebeine von Scheich Buchari sowie des Kütahyaer Paschas Gazi Hasan begraben. Das Grabmal wurde im 19. Jahrhundert vom damaligen Kütahyaer Landrat Dilaver Pascha erneuert. Die Pendentifkuppel des quadratischen Gebäudes wurde ohne Kuppelbasis direkt auf das Mauerwerk gesetzt.

GRABMAL VON ANA SULTAN

In einem 25 Kilometer von Kütahya entfernt gelegenen Waldgebiet an der Strasse nach Afyonkarahisar befindet sich dieses historische Grabmal mit einem quadratischen Querschnitt, einem offenen Iwan und einer Kuppel. Die Bögen des baldachinartigen Bauwerks sind besonders flach. Es wurde 1980 vom Künstler Ahmet Yakupoğlu restauriert.

DEDEBALİ GRABMAL

Der hier begrabene Dedebali, der im Volksmund auch als Heiliger Lehrer (Hace-ul-Haram) und Liebevoller Weiser (Mülayim Dede) bekannt ist, war ein Volksweiser, der sich um die Bildung eines türkischen Gemeinschaftsgefühls im Anatolien des 14. Jahrhunderts besonders verdient machte. Als er 1394 verstarb, wurde er auf diesem Hügel begraben. Später wurde auf seinem Grab das von einem Brunnen umgebene Grabmal errichtet. Heute ist der Hügel ein beliebtes Ausflugsziel und wird nur noch Mülayim-Hügel genannt.

GRABMAL VON HAYME ANA

Hier liegt Hayme Ana, die Grossmutter Osman Gazis, des Begründers der osmanischen Dynastie, und Mutter seines Vaters, Ertuğrul Gazi, begraben. Das Grabmal befindet sich im Dorf Çarşamba, etwa 15 Kilometer von der Kreisstadt Domaniç entfernt. Nachdem Ertuğrul Gazi vom Stamm der Kayı sich 1281 in Söğüt und Domaniç niedergelassen hatte, verbrachte er die Sommermonate stets auf dieser Hochebene in einem Beduinenzelt. Als dessen Mutter eines Sommers während der Alpsaison verstarb, setzte er sie hier bei. Der osmanische Sultan Abdülhamid II. liess 1886 nach dem Grab von Hayme Ana suchen und dieses Grabmal errichten. Alljährlich am ersten Sonntag im September wird Hayme Ana, der Mutter der Osmanen, im Rahmen des Hayme Ana-Gedächtnisfestes gedacht.

GRABMAL VON SUNULLAH GAYBİ

Das Grabmal Sunullah Gaybis liegt in dem nach ihm benannten Stadtteil Gaybi Efendi, auf dem Musalla-Friedhof. Es wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Die Mauern sind aus Blockgestein und das Dach besteht aus Ziegeln. Sunullah Gaybi war der Enkel des aus dem Dorf Kalburcu stammenden Scheichs Pir Ahmet Beşiri. Als Sufi kämpfte er Zeit seines Lebens gegen Engstirnigkeit und Einfalt und ist für die klare türkische Sprache, die er in seinen Werken verwendet hat, bekannt. Von ihm stammen Werke, wie der Diwan-i Gaybi, Sohbetname, Biadname, Ruh ul-Akaidname, Makasıd-ı Ayniye und Hüda Rabbim.

GRABMAL PAŞAM SULTAN

Dieses Grabmal finden Sie in der Ulu Camii-Strasse, in Richtung der İshak Fakih-Moschee auf der linken Seite. Sein Eingangstor mündet in die Kurşunlu-Strasse. Der eigentliche Name des hier begrabenen Paşam Sultan ist Seyyid Nureddin. Über eine verwinkelte Treppe gelangt man in die beiden Kammern des Grabmals, das letztmals 2001 von der Stadt Kütahya restauriert wurde.

DER DICHTER ŞEYHİ (SİNAN DER HEILER)

Şeyhi war auch als Sinan der Heiler bekannt. Er lebte im ausgehenden 14. Jahrhundert und zu Beginn des 15. Jahrhunderts am Hofe Yakub II., dem Anführer des Beyliks der Germiyan. Der eigentliche Name dieses Kütahyaer Dichters lautete Yusuf Sinanüddin. Er zählt zu den bedeutendsten Dichtern seiner Zeit. Suleiman Schah, der Bey der Germiyan, verpflichtete sich dazu, für seine Ausbildung zu sorgen, und schickte ihn nach Persien, von wo Şeyhi mit einer Ausbildung als Augenarzt zurückkehrte. Später wurde er Leibarzt des Germiyan-Fürsten Yakub II. sowie der osmanischen Sultane Muhammed I. und Murad II. Ebenso wie für seine Heilkünste war Şeyhi auch als Dichter bekannt. Sein Werk Harnâme, das als erstes humoristisches Werk im Diwan-Stil gilt, ist für seine Sprachgewandtheit berühmt. Weitere Werke sind der Diwan-i Scheikhi, Durr ul-Aqaid, Risalei Tibb, Chosraw und Schirin. Seinen Diwan beendete Şeyhi im Jahr 1438.

Harnâme (Über den Esel - Auszug)

„Ein Esel einst, schwach und gebrechlich

Trug seine Last, schwächelte beächtlich

Mal trug er Holz, mal den Schlauch

Sein schweres Los verwünschte er auch.

Das Maul liess er hängen und offen steh‘n

Die Last einer Fliege, liess ihn schon vergeh‘n

Nimmt man ihm den Sattel herunter,

Aussieht wie ein räudiger Hund er.

CELALEDDİN ÇELEBİ

Celaleddin Çelebi gehört zu den direkten Nachfahren von Mevlana Djalaladdin Rumi, dem Gründer des Mevlevi-Ordens, und wie sein Urahn war er Mystiker, Ordensscheich und Poet. Er verzichtete auf den Fürstensitz der Germiyan und wurde Mevlevi-Derwisch. Als solcher stand er im Dienste der Germiyan-Fürsten Emir-i Alem und Emir Vacid. Von ihm stammt das Werk Al-Ischarat ul-Bescharat, in dem er sich mit dem islamischen Glaubensbekenntnis, dem vollkommenen Menschen und der Beziehung zwischen Lehrmeister und Schüler widmet, sowie ein Masnawi mit dem Titel Gençname. Sein Grab befindet sich im als Erguniye bekannten Grabmal im Komplex der Mevlevi-Ordensloge.

GRABMAL VON KARA AHMED BEY

In diesem Grabmal im Stadtteil Maltepe, der früher Zeryen hiess, liegt Kara Ahmed Bey, der Grossvater des berühmten Reisenden, Forschers, Schriftstellers und Volkskundlers Evliya Çelebi begraben. Es wurde 1995 im osmanischen Stil errichtet. Evliya Çelebi selbst hat in seinem Werk Seyahatnâme die Lage des Grabes seines Grossvaters, das er 1678 besuchte, beschrieben.

EVLİYA ÇELEBİ DENKMAL

Evliya Çelebi (1611-1682), dessen Familie eigenen Angaben zufolge aus dem Kütahyaer Stadtteil Zeryen (heute Maltepe) stammte, bereiste über 50 Jahre lang die Welt und fasste seine Beobachtungen in einem 10-bändigen Reisebericht, dem Seyahatnâme, zusammen. Als Andenken an seine Kütahyaer Abstammung gab die Provinzverwaltung von Kütahya im Jahre 2002 ein Denkmal zur Würdigung des berühmten Sohnes der Stadt in Auftrag.

Evliya Çelebi beschreibt im erwähnten Reisebericht seine Heimatstadt u.a. mit folgenden Worten: „Kütahya ist für seine gute Luft und sein sauberes Wasser bekannt. Die Tassen, Teller, Schalen, Krüge von Kütahya können Sie sonst nirgendwo finden. In der Stadt gibt es mehr als tausend Brunnen, die eiskaltes Gebirgswasser führen. Liebreizende Frauen, verliebte Jünglinge, weise und tugendhafte Männer gibt es da viele.“

Anlässlich des 400. Geburtstags von Evliya Çelebi rief die UNESCO 2011 das Evliya Çelebi-Jahr aus. Aus diesem Anlass errichtete die Stadtverwaltung Kütahya mit der Unterstützung des Ministeriums für Kultur- und Tourismus vor dem Busterminal ein Denkmal mit dem Motto: „Die Welt gehört dem Evliya, Evliya gehört Kütahya“. Am 24.03.2011 wurde es feierlich eingeweiht.

EVLİYA ÇELEBİ - KULTUR- UND KÜNSTLERHAUS

Das Haus der Familie von Evliya Çelebi in Kütahya wurde von der Gemeindeverwaltung Kütahya mit der Unterstützung des Evliya Çelebi-Vereins zur Erhaltung historischen Kulturguts neben dem Grabmal seines Grossvaters Kara Ahmed Bey neu errichtet.

Neben dem Gebäude wurde von der Gemeindeverwaltung Kütahya ein Zentrum für traditionelle Handarbeiten eingerichtet.

ÜBERDACHTE BASARE DES MITTELALTERS: DIE BEDESTEN

Zwischen der Takvacılar-Moschee und der Saadettin-Moschee befinden sich zwei grosse, überdachte Basare, dazwischen liegt die Kavaflar-Strasse. Beide Basare, die aufgrund ihrer typischen Gewölbedecke auch Bedesten genannt werden, wurden etwa zeitgleich erbaut. Heute noch bilden sie das Geschäftszentrum der Stadt.

GROSSER BEDESTEN

Dieses monumentale Gebäude aus dem 15. Jahrhundert wurde von Gedik Ahmet Pascha, dem Grosswesir am osmanischen Hof, gestiftet. Bis 2008 wurde es als Obst- und Gemüsemarkt genutzt. Mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Tourismus wurde es dann restauriert, seither dient es als Ladenzeile mit Ausstellungs- und Verkaufsräumen.

KLEINER BEDESTEN

Auch dieses gewaltige Gebäude aus dem 15. Jahrhundert wurde von Gedik Ahmet Pascha gestiftet. Bis 2008 wurde es als Trödelmarkt genutzt. Mit Mitteln der Stadt Kütahya wurde es dann restauriert und dient seitdem als Ladenkomplex der Juweliere sowie der Gold- und Silberschmiede.

EHEMALIGER REGIERUNGSPALAST

Der Regierungspalast im Stadtteil Saray in der Fuat Paşa-Strasse wurde 1905 von Giritli Ahmed Fuad Pascha in Auftrag gegeben, der von 1893-1908 Gouverneur von Kütahya war. 1907 wurde das Gebäude aussen mit den typischen Kütahya-Fayencen verziert, wodurch dieses Bauwerk besonders hervorsticht. Als seltenes Beispiel der spätosmanischen Architektur ist es darüber hinaus besonders wertvoll. Im Inneren des Gebäudes gibt es einen kleinen Gebetsraum, dessen Wände ebenfalls mit Fayencen verziert sind. Das 1999 restaurierte und unter Denkmalschutz stehende Gebäude dient heute als Justizpalast.

HANDARABEITENBASAR IN DER RÜSTEM PASCHA-MEDRESSE

Diese mittelalterliche Lehranstalt neben der Karagözpaşa-Moschee in der Balıklı-Strasse wurde im Jahre 1550 erbaut und gehört somit zu den ältesten Bauwerken Kütahyas. Gestiftet wurde es von Rüstem Pascha, dem Grosswesir und Schwiegersohn von Suleiman dem Prächtigen. Die Inschriftentafel des um das Jahr 1930 teilweise eingestürzten Gebäudes ist heute im Archäologischen Museum von Kütahya ausgestellt. Das Eingangsportal und die vom Einsturz verschonten Bereiche wurden originalgetreu restauriert, der gesamte Komplex wurde wiederaufgebaut. Heute dient die Medresse als Einkaufspassage, in der traditionelle Kleider und Handarbeiten aus der Region hergestellt und zum Verkauf angeboten werden.

ÇAKIRSAZ KARAWANSEREI

Die Karawanserei befindet sich im Dorf Çakırsaz im Kreis Altıntaş. Sie stammt aus der seldschukischen Zeit, wurde aber auch in der Zeit der Germiyan und der Osmanen genutzt. Der Zugang zum Gästehaus erfolgt über ein Eingangsportal an der Ostseite des Gebäudes, das von einem Iwan überragt wird. An der Stirnseite des Eingangs sind wabenförmige Verzierungen zu sehen, die aus dreieckigen Ziegeln gebildet werden. Der Eingangsbereich des Gästehauses wurde aus Blocksteinen gemauert, die von jeweils drei Ziegelreihen unterbrochen werden. Die restlichen Mauern bestehen aus Bruchgestein. Die Karawanserei zählt zur Gruppe der Gewölbekarawansereien mit drei Obdachkammern. Die Sockel der aus Ziegeln gemauerten Bögen, die die einzelnen Kammern voneinander trennen, bestehen aus Marmor und Blockgestein. Der historische Karawanenhof wurde von der Stiftungsdirektion restauriert und 2008 für Besucher geöffnet.





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