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Kütahya İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü


Museen und Archaeologischen Staetten

KÜTAHYAER MUSEEN

ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM KÜTAHYA

Das archäologische Museum von Kütahya ist in den historischen Räumlichkeiten der Umur bin Savcı-Medresse gleich neben der Ulu-Moschee im Stadtteil Börekçiler der Provinzhauptstadt untergebracht. Die Medresse, die auch unter dem Namen Vacidiye-Medresse bekannt ist, wurde 1314 vom Anführer des Beyliks der Germiyan, Umur Bey erbaut. Diese aus Blocksteinen errichtete mittelalterliche Lehranstalt weist im Portalbereich typische Merkmale seldschukischer Baukunst auf. Sie hat neun Säle, deren Eingänge mit Kuppeln überdacht sind. In den Ausstellungsvitrinen sind Exponate aus dem Spätmiozän, der Altsteinzeit, der Kupferzeit, der Altbronzezeit, der Zeit der Hethiter, Phryger, Hellenen, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen ausgestellt. Eines der bedeutendsten Fundstücke des archäologischen Museums ist der Amazonen-Sarkophag. Er wurde bei Grabungen in den Ruinen von Aizanoi im heutigen Çavdarhisar entdeckt und ist der am besten erhaltene Amazonen-Sarkophag weltweit. Er ist mit Reliefs verziert, die kriegerische Szenen der Amazonen darstellen. Das Museum öffnete 1965 seine Tore für die Besucher.

FAYENCENMUSEUM

Bei diesem neben der Ulu-Moschee im Stadtteil Paşamsultan im Ortskern von Kütahya gelegenen Museum handelt es sich um eines der wichtigsten Fayencemuseum der Türkei, ja der ganzen Welt.

Der Yakub Çelebi Imaret-Komplex wurde von Yakub Bey II. (1387 - 1429), dem letzten Fürsten der Germiyan, 1411 erbaut. Der Komplex besteht aus einer Medresse, einem Gebetshaus, einer Bibliothek, einem Badehaus, einer Armenküche und einem Grabmal. Das Museum umfasst den Bereich der ehemaligen Armenküche und des Grabmals, die beide im Auftrag des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus restauriert und 1999 eröffnet wurden.

Der zentrale von einer Kuppel überragte Raum mit einem Brunnen in der Mitte ist auf drei Seiten von mit Kuppeln versehenen Kolonnaden umgeben und grenzt an zwei weitere Räume. Im Grabmal wird der mit Fayencen verzierte, stilisierte Sarg Yakub II. aufbewahrt. Die Stiftungsinschrift der Medresse ist heute links neben dem Eingang zum Museum ausgestellt.

In den Vitrinen des Museums werden Fayencen gezeigt, die seit dem 14. Jahrhundert in Kütahya und İznik hergestellt worden sind. Dabei handelt es sich um architektonische Bauelemente, Fayenceinschriften, Vasen, Teller, Tafeln und Haushaltsgeräte, die chronologisch nach ihrem Entstehungsdatum ausgestellt werden. Im Eingang des Museums ist die zweitgrösste als Steintafel ausgearbeitete Erbauungsinschrift der Welt ausgestellt, die Yakub II. als den Stifter des Komplexes erwähnt.

Das Museum, das auch als Himmelsbrunnen bezeichnet wird, zeigt ausserdem einen historischen Vertragstext, der am 13. Juli 1766 zwischen den Meistern und den Gesellen der Tassenmacherzunft unterzeichnet wurde und als ältester Tarifvertrag der Welt gilt.

LAJOS KOSSUTH-MUSEUM

Die Provinzhauptstadt Kütahya verfügt auch über ein Lajos Kossuth-Museum, es befindet sich in der Magyarenstrasse (Macar Sokak) im Stadtteil Börekçiler. Dabei handelt es sich um ein türkisches Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert. Im Volksmund wird es auch als Ungarenhaus bezeichnet. Lajos Kossuth, der Nationalheld der ungarischen Unabhängigkeitsbewegung (1802-1894), war zusammen mit einer Gruppe von 56 Oppositionellen und Familienmitgliedern von 1850-1851 in Kütahya zu Gast und erarbeitete hier den Entwurf der ungarischen Verfassung. Das aus Holz erbaute zweistöckige Haus mit sieben Schlafzimmern wurde vom Ministerium für Kultur und Tourismus restauriert und am 19. September 1982 zum Gedenken an Lajos Kossuth als Museum eröffnet. Darin werden der persönliche Besitz von Lajos Kossuth sowie Einrichtungsgegenstände ausgestellt, die für die damaligen türkischen Häuser typisch sind.

MUSEUM FÜR ANATOLISCHE KULTUR, KUNST UND ARCHÄOLOGIE

Dieses vom Ministerium für Kultur und Tourismus genehmigte private Museum befindet sich auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunktes für Rekrutenausbildung in Kütahya. Das Museum wurde im Rahmen der Neustrukturierung eines alten Flugzeughangars eingerichtet. Es beherbergt aus dem Museum von Kütahya stammende Skulpturen aus Stein, eigene archäologische Exponate sowie Münzen, Fayencen und Ölbilder regionaler Künstler. Eröffnet wurde es im Jahr 2005.

GEOLOGISCHES MUSEUM

Das Geologische Museum befindet sich in einem denkmalgeschützten türkischen Badehaus aus dem 16. Jahrhundert, dem Şengül-Hamam, das neben der gleichnamigen Moschee im Kütahyaer Stadtteil Börekçiler am Ufer des Flüsschens Kapan steht. Dieses historische Badehaus wird bereits vom berühmten Forscher, Schriftsteller und Volkskundler Evliya Çelebi (1671-1672), dessen Familie aus Kütahya stammte, in seinem bekannten Werk Seyahatnâme, einer Reihe von detaillierten Reiseberichten, erwähnt. Nach seiner Restauration wurde es am 25.04.2008 als privates Museum eröffnet, das regionale und internationale Bodenschätze ausstellt und der Stadtverwaltung von Kütahya unterstellt ist.

Kütahya ist, was das Vorkommen von Bodenschätzen angeht, besonders reich. Von den weltweit abgebauten 90 Mineralienarten sind 57 in der Türkei und davon 35 alleine innerhalb der Provinzgrenzen Kütahyas zu finden. Die Provinz mit ihrer hohen Dichte an Minenbetrieben verfügt über 50 % der Bor-Reserven und 7,6 % der Braunkohle-Reserven der Türkei. Auch Rohstoffe für die Keramikherstellung, z. B. Feldspat, Quarz und Kaolin, sind hier in grossen Mengen zu finden. Gleichzeitig ist Kütahya der einzige Ort in der Türkei, wo das industriell bedeutende Mineral Magnesit abgebaut wird. Neben diesen Bodenschätzen ist Kütahya zudem für seine zahlreichen thermalen und geothermalen Quellen bekannt.

Das Museum zeigt Ausstellungsstücke der Minenunternehmen Eti Bor A.Ş (Bor), Eti Gümüş A.Ş (Silber), T.K.İ Seyitömer Kömür İşletmesi (SLİ) (Braunkohle), Tunçbilek Linyit İşletmeleri (GLİ) (Braunkohle), Yıldız Entegre (Stickstoff), Kütahya Manyezit (Kümaş) (Magnesit). Zu sehen sind überdies Kunstwerke aus Stein aus dem Kütahyaer Zentrum für handwerkliche Manufaktur (Kestaş), die Herstellungsschritte des Kütahyaer Porzellans sowie Kunstwerke aus dem in Şaphane abgebauten Mineral Alaun.

BEFREIUNGSKRIEGSMUSEUM DUMLUPINAR

Dieses vom Ministerium für Umwelt- und Forstwirtschaft unterhaltene Museum befasst sich mit dem Befreiungskrieg, den das türkische Volk nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches durch die Ententemächte für seine Unabhängigkeit geführt hat. Das Museum wurde am 30. August 1997 eröffnet und zeigt zahlreiche authentische Exponate, wie Waffen, Dokumente, Fahrzeuge und Werkzeuge, die von den schicksalsreichen Ereignissen zeugen, die sich insbesondere in der Region Kütahya zugetragen haben.

KREISMUSEUM TAVŞANLI

Dieses Kreismuseum wurde im Februar 1989 von der Gemeindeverwaltung Tavşanlı eröffnet. Das Museum ist im zweiten Stock eines denkmalgeschützten Herrenhauses untergebracht und zeigt ethnografische und archäologische Exponate aus der Region.

MUSEUM FÜR STADTGESCHICHTE KÜTAHYA

Nach der von der Stadtverwaltung von Kütahya veranlassten Restauration der 1912 erbauten Herrenhäuser Şapçızade und Karaca, die sich in der Germiyan-Strasse befinden, wurde hier das Museum für Stadtgeschichte eingerichtet. Im Freilichtbereich des Museums sind die verschiedenen Herstellungsschritte der traditionellen Fayencen, als deren weltweites Zentrum Kütahya über Jahrhunderte galt, dargestellt. Im Erdgeschoss des Stadtgeschichtemuseums bieten Schautafeln, Dokumenten und Fotografien Informationen über die Vergangenheit der Stadt, angefangen von der vorgeschichtlichen Zeit über die Hethiter, Phryger, Römer, Byzantiner, Seldschuken, das Beylik der Germiyan, die Osmanen bis hin zur modernen Türkei. Das erste Obergeschoss des Museums zeigt mit lebensgrossen Puppen und Bildmaterial die in Kütahya weitgehend verloren gegangenen Handwerkskünste, wie die des Schmieds, des Kesselbauers, des Verzinners, des Filzmachers, des Korbflechters, des Schreiners, des Messerschleifers, des Packsattelmachers, des Hufschmieds, des Sattlers und des Schusters. Ausgestellt sind ausserdem die originalen Handwerkzeuge der genannten Berufe. Im zweiten Obergeschoss sind typische Szenen des täglichen Lebens in Kütahya, wie Hochzeits- und Verlobungsfeiern, dargestellt. Ausserdem kann man hier zeitgenössische Kleidungsstücke, Einrichtungsgegenstände und Teppiche aus der Region bewundern.

STÄDTISCHES MUSEUM DES NATIONALEN BEFREIUNGSKAMPFES VON KÜTAHYA

Das im Kütahyaer Stadtteil Cedit in der Hüseyin Paşa-Strasse gelegene Özekmekçi-Herrenhaus wurde von der Stadt restauriert und daraufhin als Museum für den nationalen Befreiungskampf eröffnet. Hier wird der besonderen Bedeutung Rechnung getragen, welche die Ereignisse des Befreiungskrieg nach dem Ersten Weltkrieg in und um Kütahya für die Unabhängigkeit und die Gründung der türkischen Republik haben. Das Museum präsentiert den Besuchern die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen mit Fotocollagen, Informationstafeln und Filmen besonders anschaulich.

ARCHÄOLOGISCHES MUSEUM DER DUMLUPINAR-UNIVERSITÄT

Dieses Museum wurde eigens zur Ausstellung von Fundstücken eingerichtet, die bei Ausgrabungen der Dumlupinar-Universität auf dem historischen Siedlungshügel Seyitömer in der Braunkohlegrube der Türkischen Braunkohlebetriebe TKİ zu Tage gebracht wurden. Es wurde am 25.02.2011 eingeweiht. Dabei sind die Nachbildung eines durch ein Feuer zerstörten Raumes, der im Siedlungshügel freigelegt wurde, sowie zahlreiche visuell aufbereitete Informationen über die Ausgrabungen und die daraus erlangten Erkenntnisse besonders sehenswert.

RUINEN DER ANTIKEN STADT AIZANOI

Die Überreste der antiken Stadt Aizanoi befinden sich in der Kreisstadt Çavdarhisar, etwa sechzig Kilometer von der Provinzhauptstadt Kütahya entfernt. Der Name der Stadt bezieht sich vermutlich auf einen Helden der griechischen Mythologie, auf Azan, den Sohn der Wassernymphe Erato und des Zeussohnes Arkas. Darüber wird vor allem in Überlieferungen der Phryger berichtet, die sich hier am Oberlauf des Flusses Penkalas (heute Kocaçay) im Umfeld der der Göttin Meter Steunene geweihten heiligen Höhle niederliessen. Bei Ausgrabungen der Überreste eines Zeustempels auf einer Anhöhe über der Stadt wurden Spuren der Besiedlung aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. zu Tage gefördert. In der hellenischen Zeit war das Gebiet abwechselnd den Königreichen Pergamon und Bithynien angegliedert, bis es 133 v. Chr. ans Römische Reich fiel.

In der römischen Zeit erlangte die Region durch Ackerbau, Wein- und Wollherstellung einen gewissen Wohlstand und wurde über die regionalen Grenzen hinaus im ganzen Reich berühmt. Die ersten gesicherten Funde einer Urbanisierung von Aizanoi stammen aus dem späten 1. Jahrhundert v. Chr. Auch ist bekannt, dass die ersten eigenen Münzen in dieser Zeit geprägt wurden. Seine Blütezeit erlebte Aizanoi dann im 2. Jahrhundert n. Chr., in dem auch die meisten Bauaktivitäten zu verzeichnen sind, von denen zahlreiche Spuren bis heute Zeugnis ablegen. In frühbyzantinischer Zeit war die Stadt ein Bischofssitz, sie verlor aber ab dem 7. Jahrhundert langsam an Bedeutung. Das Tempelplateau wurde im Mittelalter zu einer Festung ausgebaut. In der seldschukischen Zeit diente diese Festung dem Turkmenenstamm der Çavdaren als Stützpunkt, weswegen der Ort ab dem 13. Jahrhundert Çavdarhisar (türk. hisar = Festung) genannt wurde.

1824 wurde Aizanoi von europäischen Reisenden wiederentdeckt und in den Jahren 1830-1840 erstmalig eingehend untersucht. Erste Ausgrabungen fanden 1926 unter der Leitung der deutschen Archäologen Martin Schede und Daniel Krencker vom Deutschen Archäologischen Institut statt. Nach einer langen Pause werden die Ausgrabungen seit 1970 systematisch fortgesetzt.

Es wird geschätzt, dass in der Zeit des Römischen Reichs ca. 80‘000 Einwohner in der Stadt lebten. Zu den heute noch wichtigen Ruinen zählt der am besten erhaltene Zeustempel Kleinasiens, das Amphitheater mit Platz für 15‘000 Personen sowie das angrenzend an das Theater errichtete Stadion mit ausreichend Platz für 13‘500 Personen. Zu nennen sind ferner zwei römische Badehäuser, das Gebäude der weltweit ältesten Handelsbörse, eine von Säulen umgebene Prachtstrasse, fünf Brücken über den Penkalas, von denen noch zwei erhalten sind, zwei Agoren, ein Gymnasion, ein der Göttin Meter Steunene geweihter Kultplatz, ein antiker Wall, Wasserkanäle und Eingangsportale verschiedener Bauten. Aizanoi stammt aus der gleichen Epoche, wie die berühmten antiken Städte Ephesus, Pergamon oder Side.

Zeustempel: Dieser etwa 200 Meter vom westlichen Ufer des Penkalas entfernt gelegene Tempel, der in den Jahren 117-138 n. Chr. erbaut wurde, stand einst in der Mitte eines 130 x 112 Metern grossen, von Kolonnaden umstandenen Platzes. An den Aussenseiten misst der Tempel 8 x 15 Meter, er wurde mit 120 ionischen und vier korinthischen Säulen in Form von Dipteren erbaut. Der Tempel, welcher der phrygischen Göttin Meter Steunene geweiht war, verfügte über eine Treppe, die vom unterirdischen Keller bis hinauf aufs Dach führte. Dieser am besten erhaltene Tempel Kleinasiens im ionischen Stil sticht insbesondere durch seine Akroteren als Zierelemente hervor. Auf dem mittleren Akroterion des westlichen Pediments ist die von Akanthusranken umgebene Büste der Göttin Kybele abgebildet. Das Akroterion am östlichen Pediment hingegen zeigt die Büste des Zeus. Der Innenhof des Tempels in Form einer Agora wird von dorischen Säulen umgeben. Die Galeriemauer im vorderen Bereich enthält Inschriften voller Lob über den Kaiser Hadrian sowie den Philosophen Apuleius, der sich dem Wortlaut dieser Inschriften nach besonders um die Stadt Aizanoi verdient machte.

Theater: Im Nordosten des Zeustempels befinden sich die Ruinen des ursprünglich zweistöckigen Theaters, das Platz für 15‘000 Zuschauer bot. Der Durchmesser des Bühnenkreises beträgt 56 Meter. Erhaltene Inschriften zeigen, dass der bereits erwähnte Apuleius beim Bau dieses Theaters, aber auch des Zeustempels sowie einer der Brücken aus römischer Zeit, eine bedeutende Rolle gespielt hat.

Stadion: Mit dem Bau des an das Theater angrenzenden Stadions, das 220 Meter lang und 50 Meter breit ist, wurde 160 n. Chr. begonnen. Bei seiner Fertigstellung bot es 13‘500 Zuschauern ausreichend Platz. In der Westausrichtung befindet sich ein Eingangsportal mit einer Art Ehrenschrein, wo einst die Trophäen aufbewahrt wurden, die erfolgreiche Athleten in Wettkämpfen gewannen. Die marmorne Mauer, die das Stadion vom Theater trennt, ist beidseitig mit Jagdszenen dekoriert.

Am östlichen Ufer des Flusses befinden sich Überreste eines von 16 Säulen umgebenen, runden Gebäudes sowie monumentale Gräber führender Persönlichkeiten und die Nekropole der Stadt.

Börse: In den Mauern dieses aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhundert stammenden kreisrunden Gebäudes, das als Getreidebörse diente, sind Preislisten aller auf den Märkten des Reichs gehandelten Waren eingelassen. Ausserdem sind Inschriften zu erkennen, die von den Anstrengungen Kaiser Diokletians aus dem Jahre 301 n. Chr. zeugen, angesichts einer Abwertung der Zahlungsmittel die Marktpreise zu definieren. Darunter sind aufschlussreiche und ebenso interessante Angaben, wie „der Preis eines kräftigen Sklaven ist dem zweier Esel gleich; ein Pferd kostet so viel wie drei Sklaven, also dreissig tausend Dinare“ zu finden. Dadurch gibt dieses Bauwerk einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben von damals. Auch wird es gemeinhin als die älteste Handelsbörse der Welt bezeichnet.

Säulenstrasse: Die von Säulen eingerahmte, in nordöstlicher Richtung verlaufende Strasse, an der Geschäfte und Galerien aneinandergereiht sind, verläuft über eine Brücke am Zeustempel vorbei bis hin zum Kultplatz der Kybele. Bei der Erbauung der Strasse wurde Material aus der Ruine des bei einem Erdbeben zerstörten Artemistempels verwendet. Die Strasse war einst mit zahlreichen Statuen und Toren geschmückt.

Antike Brücken: Die Brücken von Aizanoi überspannen den einst Penkalas genannten Fluss, der heute Kocaçay heisst. In der Antike gab es fünf Brücken in der Stadt, welche die Stadtteile dies- und jenseits des Ufers miteinander verbanden. Eine dieser Brücken war eine Holzbrücke für Fussgänger, während die restlichen vier Brücken als steinerne Bogenbrücken ausgeführt waren. Bis heute überdauert haben nur zwei dieser Brücken.

PHRYGISCHES TAL

Das gebirgige Gebiet, das von einem Dreieck aus den Städten Kütahya, Afyonkarahisar und Eskişehir umgeben wird und in der Antike phrygia epiktetus(Klein Phrygien) genannt wurde, trägt heute gemeinhin den Namen phrygisches Tal. Der Teil dieses Gebietes innerhalb der Provinzgrenzen von Kütahya erstreckt sich im Norden vom sieben Kilometer von Kütahya entfernten Yenibosna bis zum 54 Kilometer im Osten von Kütahya gelegenen Ovacık. Im Südwesten erstreckt es sich bis nach İnlice. Im nördlichen Teil des Gebietes liegen die Höhlen Sabuncupınar, Söğüt, İnli, Sökmen, Fındık und İncik.

Die phrygischen Hochebenen, die sich östlich von Kütahya erstrecken und deren Gesteinsdecke aus Tuff bei Ausbrüchen des erloschenen Vulkans Türkmendağı entstanden ist, wurden in den Jahren 900-600 v. Chr. von den Phrygern besiedelt. Wegen des einfach zu bearbeitenden Tuffgesteins trieben die Phryger hier ihre Behausungen und Gräber direkt in den Fels. Aus dieser Zeit stammen Freilichttempel zu Ehren der Göttin Kybele, Altäre und Felsengräber sowie zahlreiche Festungs- und Wohnanlagen, von denen einige bis heute überdauert haben. Die später hier siedelnden Römer und Byzantiner hinterliessen dann ihre Spuren in Form von Kirchen und Kapellen, die mit Kreuzen und Mäandermotiven, Inschriften und Fresken verziert waren. Von den Phrygern und Byzantinern stammen auch die in den Fels gearbeiteten Bergfestungen Deliktaş und Penteser.

Obwohl die Phryger dem indoeuropäischen Kulturkreis angehörten, entwickelten sie schnell eine sowohl von den Ioniern als auch von den späten Hethitern beeinflusste eigene anatolische Kultur. Die Phryger waren für ihre Handwerkserzeugnisse aus Holz und Metall, die vielfach kopiert wurden, in ganz Ionien bekannt. Dazu gehörten kunstfertig hergestellte Garnrollen, Teller und Kessel aus Bronze und eine Art Sicherheitsnadel (Fibula) aus Gold, Silber oder Bronze, die in der damaligen Zeit eine technologische Neuheit darstellte. Im Übrigen stellten sie Gürtel aus Edelmetallen, Broschen und reichlich verzierte Kleidungsstücke und mit geometrischen Ornamenten dekorierte Möbelstücke her. Die phrygische Teppichknüpftechnik beeinflusste die Teppich- und Kelimkultur der folgenden Zivilisationen Anatoliens massgeblich. Das in geologischer Hinsicht Kappadokien ähnliche Gebiet ist wegen seiner unberührten Tannenwälder besonders reizvoll.

ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN AM SIEDLUNGSHÜHEL SEYİTÖMER

Den Siedlungshügel Seyitömer finden Sie 25 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Kütahya auf dem Gelände der Braunkohlemine Seyitömer (SLİ). Der ovale Hügel ist 150 Meter lang, 140 Meter breit und 24 Meter hoch. Auf dem Hügel befindet sich ein etwa 2000 Quadratmeter grosses Plateau. Im Norden fällt der Hügel steil ab, während er im Süden flach ausläuft. Um die darunter liegenden Braunkohlereserven mit einem geschätzten Volumen von zwölf Millionen Tonnen abbauen zu können, wurde 1989 mit Ausgrabungen begonnen, die nach einer Unterbrechung im Jahre 2006 unter der Leitung der Dumlupinar-Universität fortgesetzt wurden und nach wie vor andauern.

Die ältesten Siedlungsspuren von Seyitömer reichen bis in die Altbronzezeit zurück. Diese Siedlung, die den Erkenntnissen zufolge an einem Flusslauf errichtet wurde, war durch eine schützende Mauer umgeben, die den Hethitern zugeschrieben wird. In jener Zeit fand hier eine Art Industrialisierung des Töpferhandwerks statt, indem erstmals Formen zur Herstellung von Tongefässen verwendet wurden. Innerhalb der Stadtmauern wurden zahlreiche hufeisenförmige Feuerstellen entdeckt, in denen Spuren der Eisenherstellung gefunden wurden. Die Phryger errichteten erneut eine dicke und hohe Mauer rund um den Siedlungshügel und am Nordhang des Hügels einen Treppenaufgang und ein grosses, sich über mehrere Terrassen erstreckendes Bauwerk.

Die oberste Siedlungsschicht des Hügels wurde mittlerweile komplett abgetragen, wobei die aus der Antike und der hellenischen Zeit stammenden Bauten vollständig zu Tage gefördert wurden. In jener Zeit war der Hügel von einer starken Mauer umgeben, die durch Wachtürme verstärkt wurde. Die Häuser innerhalb der Mauern waren aneinandergebaut und hatten quadratische und rechteckige Grundrisse. Bei Ausgrabungen entdeckte Fundamente zeigen, dass sich in der römischen Zeit an der höchsten Stelle des Hügels ein Tempelbau befand.

Die Menschen von Seyitömer ernährten sich seit der frühen Bronzezeit von der Jagd und der Landwirtschaft, sie betrieben Viehzucht und kultivierten ausserdem Handwerkskünste, wie das Teppichknüpfen, Töpfern und die Schmiedekunst. Die Bewohner des Hügels huldigten in der frühen Bronzezeit der Muttergöttin Kybele, während in der römischer Zeit der Göttervater Zeus verehrt wurde, was man aus zahlreichen Funden, wie Skulpturen und Tierfiguren, weiss. Die Ausgrabungen haben ausserdem zahlreiche Tonscherben aus der römischen und hellenischen Zeit, Webspindeln, Schleudersteine, Töpfe, Schneidewerkzeuge aus Feuerstein und Horn, Knochenringe, Steinwerkzeuge, eine Darstellung der Athene, Bronzemünzen und Glasperlen zu Tage gefördert.

Die 2006 erneut begonnenen Ausgrabungen haben zudem ergeben, dass der Hügel über verschiedene Siedlungsschichten verfügt, die den Hellenen, Römern, Phrygern und Zivilisationen aus der frühen Bronzezeit zugeschrieben werden.





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