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Kütahya İl Kültür ve Turizm Müdürlüğü


ALLGEMEINE INFORMATIONEN

KÜTAHYA

 

Die Provinz Kütahya gehört zum türkischen Verwaltungsgebiet Ägäis und bildet den westlichen Ausläufer Zentralanatoliens; sie liegt zwischen der südlichen Marmararegion und dem oberen Sakaryatal. Im Norden und Nordosten grenzt sie an die Provinz Bursa, im Nordosten an Bilecik, im Osten an Eskişehir, im Südosten an Afyonkarahisar, im Süden an Uşak, im Südwesten an Manisa und im Westen an Balıkesir. Auf einer Fläche von insgesamt 11‘977 km² lebten 2008 den Statistiken zufolge 565‘884 Menschen. Die Provinz umfasst 512 Dörfer und 59 kleinere Siedlungen. Das durchschnittliche eine Schwelle zwischen der ägäischen Tiefebene und dem zentralanatolischen Becken. Die Berge Türkmen, Muratdağı, Şaphane und Eğrigöz, die Täler und Ebenen Akdağ und Örencik sowie die Ebenen von Simav, Tavşanlı und Altıntaş prägen die topographische Beschaffenheit der Region. Die Stauseen Enne, Söğüt, Kayaboğazı und Porsuk sowie der ins Marmarameer mündende Fluss Adırnaz und der ins Ägäische Meer fliessende Gediz sind die bedeutendsten Gewässer der Provinz. Deren gleichnamige Hauptstadt, die in einer von den Sedimenten des Flüsschens Felent, eines Nebenflusses des Porsuk, geschaffenen, fruchtbaren Ebene gegründet wurde, bildet den zentralen Landkreis, neben dem es noch zwölf weitere Kreise gibt: Altıntaş, Aslanapa, Çavdarhisar, Domaniç, Dumlupınar, Emet, Gediz, Hisarcık, Pazarlar, Simav, Şaphane und Tavşanlı.

 

Die Geschichte Kütahyas

 

Das Gebiet rund um Kütahya weist Spuren verschiedener Epochen der Menschheitsgeschichte auf. Das reichhaltige kulturelle Erbe reicht vom Spätmiozän über die Jungsteinzeit, die Kupfersteinzeit und die Bronzezeit bis hin zu den Hethitern, Phrygern, Hellenen, Römern und Byzantinern und umfasst die Seldschuken, das Beylik der Germiyan, die Osmanen und schliesslich die moderne Türkei.

Die Siedlungsgeschichte der Provinz reicht bis siebentausend Jahre in die Vergangenheit zurück. Antiken Quellen zufolge ist der griechische Fabeldichter Äsop in Kütahya geboren. Der Name Kotaeion, den die Stadt zu Lebzeiten Äsops trug, ist auf bei Ausgrabungen gefundenen Münzen aus jener Zeit zu lesen. Die ersten Siedler der Provinz sind allerdings die Phryger gewesen.

Die Phryger, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. nach Anatolien gekommen waren, setzten der Herrschaft der Hethiter ein Ende und übernahmen die Macht in der Region. Erst 676 v. Chr. besiegten die Kimmerer den phrygischen König Midas III. und machten das Gebiet rund um das heutige Kütahya zu einem Teil ihres Reiches.

Zur Zeit des lydischen Königs Alyattes beendeten die Lydier die Herrschaft der Kimmerer. Sie herrschten bis ins Jahr 546 v. Chr., in dem die Perser die Streitmacht Lydiens besiegten. Auf die Perser folgte um 334 v. Chr. Alexander der Grosse, dem sie bei der Schlacht am Flüsschen Biga unterlagen. Als das Reich Alexanders nach dessen Tode 324 v. Chr. aufgeteilt wurde, erhielt sein General Antigonos I. die Herrschaft über die Region. 133 v. Chr. fiel das Gebiet ans Römische Reich. Nach der Reichsteilung wurde Kütahya ein Teil des byzantinischen Reiches und erhielt als Bischofssitz eine besondere Bedeutung, die andauerte, bis es unter die Herrschaft der Seldschuken geriet.

Suleiman bin Qutalmisch Schah, der 1078 das Sultanat der Rum-Seldschuken gründete, eroberte auch Kütahya. 1097 wurde Kütahya von den europäischen Kreuzfahrern belagert, deren Herrschaft bis 1233 dauerte. Erst dann gelangte die Stadt erneut in türkische Hand. Zu den wichtigsten Baudenkmälern aus der seldschukischen Zeit zählt die Hıdırlık-Moschee, das Yoncalı Badehaus und die gleichnamige Moschee sowie die Balıklı-Medresse, die aus Moschee und Derwischloge besteht. All diese Baudenkmäler finden Sie im Stadtzentrum Kütahyas.

Mit dem Ende des Reichs der Rum-Seldschuken im Jahre 1277 begann in Anatolien die Zeit der türkischen Fürstentümer (Beylik genannt). Kütahya und seine Umgebung fielen dabei an das Beylik der Germiyan. Zu den bedeutendsten Bauten aus dieser Zeit zählen der Imaret-Komplex Yakub Bey II., die Umur bin Savcı-Medresse sowie die İshak Fakih-Moschee und -Medresse.

Mit der Heirat Devlet Hatuns, der Schwester des letzten Anführers der Germiyan, Yakub II., mit dem osmanischen Sultan Yıldırım Bayesid wurden verwandtschaftliche Bande zwischen den beiden Dynastien hergestellt. So ging Kütahya nach dem Tode Yakub II. im Jahre 1429 gemäss dessen Vermächtnis an das Osmanische Reich über. Die Stadt, die bis dahin 140 Jahre lang die Hauptstadt des Beyliks der Germiyan war, sollte nun weitere 400 Jahre lang Provinzhauptstadt des Wilajets Anatolien sein.

In den Jahren 1850-1851 war der Nationalheld der ungarischen Unabhängigkeitsbewegung, Lajos Kossuth, zu Gast in Kütahya. Ab 1867 wurde Kütahya Verwaltungszentrum im Wilajet Hüdavendigar, bis es nach der Zweiten Verfassungsreform im Osmanischen Reich nach 1908 eine unabhängige Verwaltungseinheit wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Kütahya am 17. Juli 1921 von griechischen Soldaten besetzt, bis die türkischen Befreiungskräfte am 26. August 1922 im Rahmen der Grossen Befreiungsoffensive diesem traurigen Kapitel der Geschichte Kütahyas ein Ende setzten. Kurz darauf, am 30. August 1922, kam es unter Führung des Republikgründers Atatürk zur Schlacht von Dumlupınar, deren aus türkischer Sicht siegreicher Ausgang den Grundstein für die Gründung der Republik Türkei legte. Die berühmte Aussage „Ihr, die aufstrebende Generation! Die Republik wurde durch uns gegründet. Diese zu stärken und für ihren Fortbestand zu sorgen, das ist Eure Aufgabe“ verkündete Atatürk im Dorf Çal, das heute Zafertepe (Siegeshügel) heisst und wo die türkischen Einheiten bei der Schlacht von Dumlupınar ihren Befehlsstand hatten. Auch den Befehl „Soldaten, unser nächstes Ziel ist das Mittelmeer, marschiert voran!“ erteilte Atatürk seinen Soldaten in Dumlupınar.





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